h1

aha…

9. August 2009

If, men of Rome, we could live without a wife, we would all avoid that annoyance. But, since Nature has so arranged it that it is impossible to live very comfortably with them, and not at all without them, we must look to our long-term well-being rather than short-term pleasure.

Meine Sonntagslektüre: Aulus Gellius: Attic Nights 1.6

in: Parkin, T./Pomeroy, A., Roman Social History. A Sourcebook. Oxon, 2007.

Werbung
h1

…Fremden…

2. August 2009

Als Fremde (peregrini) werden in Rom Angehörige anderer politischer Gemeinschaften bezeichnet, sie stellen den Gegensatz zu den Bürgern dar. Diese Fremden mussten nicht zwangsläufig außerhalb Roms leben, sondern lebten auch in Rom und wurden dort rechtlich durch den praetor peregrinus und der Institution der Klientel geschützt.

Personen mit latinischem Recht standen zwischen den Bürgern und den Fremden. Sie hatten zwar nicht die gleichen politischen Rechte wie der römische Bürger, waren diesen aber in privatrechtlicher Hinsicht weitgehend gleichgestellt. Die Latiner die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Rom lebten waren mit Rom verbündet (coloniae Latinae) und erhielten bei der Übersiedlung nach Rom das volle Bürgerrecht.

Lit.: Gehrke, H.-J., Die römsiche Gesellschaft. In: Jochen Martin/Jochen Bleicken,  Das alte Rom, Gütersloh 1994. (Seitenzahl mal wieder nicht aufgeschrieben…heldenhaft)

h1

Lieb Freund sein im alten Rom

2. August 2009

Amicitia

Die amicitia (Freundschaft) war ein Verhältnis zwischen sozial Gleichgestellten und zentrales Merkmal der römischen Religiosität (do, ut des). Allerdings handelte es sich bei den römischen Freundschaften nicht um soziale Beziehungen, wie sie im heutigen Sinne als Freundschaften existieren und verstanden werden.

Freundschaften kommen bspw. durch gemeinsame Stationen in der Ämterlaufbahn und im Kriegsdienst zustande. Sie könne auch leicht politischen Charakter annehmen, weswegen man davon spricht, dass Freundschaften aus kluger Überlegung (sapientia) entstehen. Die Freundschaft ist somit eher durch ein gegenseitiges Profitieren voneinander  als von Gefühlen geprägt.

Eine Freundschaft hatte meist nur Bestand, wenn sie nicht auf politischen Interessen basierte; aufgrund der wechselnder politischen Konstellation zerbrachen Freundschaften rasch.

Das Grundelement der Freundschaft war somit ein reziproker Austausch von Wohltaten, ein Geflecht von Verpflichtungen (officia, gratiae). Zudem mussten innerhalb der Freundschaft bestimmte Verhaltensnormen eingehalten werden, deren Verletzung sogar zur Feindschaft (inimicitia) führen konnte. Die amicitia war demzufolge eher ein Konzept als eine aus Sympathie entstehende Verbindung.

Lit.: Gehrke, H.-J., Die römische Gesellschaft. In: Jochen Martin/Jochen Bleicken (Hg.), Das alte Rom,  Gütersloh 1994.

h1

Ein Beitrag zur Terminologie – familia und domus

1. August 2009

Da der der lateinische Begriff familia nicht mit unserer heutigen Vorstellung von Familie im Sinne einer Kernfamilie (Mutter, Vater, Kind) übereinstimmt, möchte ich im Folgenden über die verschiedenen Definitionen des famila Begriffs schreiben. Eine Kernfamilie, wie sie heute verstanden wird gab es in Rom nämlich nicht.

Der Begriff familia schließt in einer ersten Definition all diejenigen Personen ein, die von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Allerdings nur die agnatische Verwandtschaft. Agnaten sind alle Blutsverwandten in männlicher Linie (Kognaten sind dann alle Blutsverwandten der weiblichen Linie; in der Linguistik bezeichnet  der Begriff  Wörter, die sich aus dem selben Usprungswort= Etynom entwickelt haben…interessant, ein Mutterwort so zusagen).

Die zweite Definition des Begriffs familia schließt alle Personen ein, die der Gewalt (potestas) des Failienvaters  unterworfen sind. (Wer der patria potestas unterstand, und was diese genau ist habe ich ja bereits in einem anderen  Artikel erläutert.)  Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch die Tatsache, dass die Eherfrau nach dieser Definition nur zur familia gehörte, sofern sie in der Gewalt (manus) ihres Ehemannes war (wenn ich das richtig verstehe…).

Die dritte Definition bezieht sich auf den alltäglichen Sprachgebrauch des Begriffs, der dann die Sklaven und Freigelassene bezeichnet.

Der Begriff familia wird somit nie im Sinne von „Mutter, Vater, Kind“ verwendet. Dies liegt zum einen daran, dass die Kernfamilie in klassischer Zeit keine zentrale Rolle im sozialen Leben spielte, zumindest nicht im Sinne unserer heutigen Vorstellung von Familie.

Sprach der Römer von seiner Familie, so benutzte er den Begriff domus; domus kann mit „Haushalt“ übersetzt werden, und schließt so alle Personen ein, die gemeinsam wohnten; das heißt nicht nur die Kernfamilie, sondern auch Sklaven und Freigelassene (in ärmeren Haushalten, wo keine Sklaven vorhanden waren, konnte es natürlich durchaus passieren, dass domus doch nur die Kernfamilie beschrieb). Der Begriff domus wurde jedoch auch für die Bezeichnung des Hauses an sich, des Familienvermögens oder auch der Verwandtschaft verwendet.

Für diejenigen, die hier Harmonie und die idyllische Darstellung aus dem Lateinbuch  von Familie vermissen- mit der Bezeichnung uxor liberique konnte die Kernfamilie, wie wir sie hete kennen dann doch nahezu beschrieben werden: „Frau und Kinder“.

Anmerkung:

-im Deutschen wurde der Begriff „Haus“ übrigens bis ins 18. Jh. im Lateinischen Sinne verwendet

Lit.: Gestrich, A., Krause, J.-U., Mitterauer,M.,  Geschichte der Familie, 2003.

h1

Von Sklaven…

14. Juli 2009

Auch der Status der Sklaven veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. So wird die Sklaverei der späten Republik und der Kaiserzeit als „differenzierter“ betitelt im Vergleich zur  Zeit der frühen römischen Republik.

Dies mag daran liegen, dass die patriarchalische Gesellschaftsordnung der frühen Republik der Sklaverei keine Entfaltungsmöglichkeit außer der innerhalb der Familie gab. So war ihr Aufgabenbereich auf häusliche Tätigkeiten und Arbeit in der Landwirtschaft fokussiert. Dies erscheint logisch bedenkt man bspw. den Zuwachs an Land durch die Expansion Roms.

Bis zum 4. Jh. v. Chr. waren zwei Formen der Versklavung freier Bürger maßgeblich: Erstens, man kaufte einem verarmten Familienvater seine eigenen Söhne ab (Vater hatte jedoch die Möglichkeit seinen Sohn zurückzukaufen)¹. Die zweite Möglichkeit war die Schuldknechtschaft. Ein Schuldner musste also für seine Schul dmit seinem Körper haften. (Die Schuldknechtschaft wurde jedoch -habe vergessen wann- abgeschafft). Weitere Sklaven waren jedoch bspw. auch Kriegsgefangene, oder  die Kinder der Sklaven, die dann automatisch dem pater familias unterstanden.

Der Sklave war in seinem Wert noch weniger geschätzt als der Freie und wurde dementsprechend nicht nur mit servus, sondern auch mit manicium („Besitz“) bezeichnet. Im Gegensatz zu dieser geringen (rechtlichen) Stellung steht jedoch die Rolle, die er im Haus einnahm. Es war also nicht ungewöhnlich, dass ein Sklave in den Familienverband eingegliedert war, freundschaftliche Beziehungen zum pater familias pflegte (obwohl das mit der Freundschaft im alten Rom auch so eine Sache war, aber zu amicitia muss es wohl noch einen eigenen Artikel geben), oder der ihn sogar beerbte.

¹Diese Möglichkeit, seinen Sohn zu verkaufen um ihn anschließend wieder zu kaufen wurde meines Wissens auch genutzt, um diesen aus der patria potestas des Familienvaters „zu befreien“. Emanzipation…? Da war doch was…

Anzumerken ist

– dass, wie wir bereits wissen der Sklave zwar zur familia gehörte; allerdings  als Sache (res) galt und somit nicht zu den Personen gerechnet wurde (familia= personae+res)

-dass ich dem „differenzierteren“ Sklavenbegriff der späten Republik und Kaiserzeit dann wohl noch nachgehen werde…

-dass ich aus gegebenem Anlass gerne über „Krankheit und Gesundheit in Rom“ geschrieben hätte, auf die Schnelle aber keine brauchbare Literatur dazu gefunden habe…

Lit. Alföldy, G. Römische Sozialgeshcichte. Wiesbaden 1984.

h1

Konsequenzen der innen- und außenpolitischen Veränderungen

5. Juli 2009

Die Reformgesetzgebung sowie die römische Expansion, zwischen licinisch-sextischen Gesetzen und dem 1. Punischen Krieg führten zu einer  Differenzierung der Gesellschaft. Gentilizische Bindungen verloren in der Hinsicht an Bedeutung, als dass sie nicht mehr Prinzip der Gliederung der Gesellschaft waren. Um führende Positionen zu übernehmen musste man nicht länger patrizischer Abstammung sein. Die Unterscheidung zwischen Patriziern und Nicht-Patriziern war somit nicht mehr Grundlage der Sozialordnung.

Die Neuordnung der Gesellschaft fasste sich wie folgt zusammen: Es entstand eine neue Oberschicht durch die Verbindung zwischen altem patrizischen Geburtsadel und führenden plebejischen Familien. Die weiteren Bevölkerungsschichten waren durch Größe und Art des Besitzes und durch Rechtsstellung gekennzeichnet. So gab es reiche Bauern, wohlhabende Handwerker und Kaufleute, Kleinbauern, Landarbeiter und Freigelassene.

Sehr schön….

Lit.: Alfödy, G. Römische Sozialgeschichte. Wiesbaden 1984.

h1

Außenpolitik im 4. Jahrhundert

5. Juli 2009

Mitte des 4. Jhs. v. Chr. begannen die Römer eine kriegerische Offensive: bis 290 v. Chr. führten sie Krieg gegen die Bergstämme, die mit den Samniten verbündet waren. Bis 285 unterwarfen sie Mittelitalien durch die Siege gegen die Gallier und Etrusker, Süditalien eroberten sie unter anderem durch den Krieg gegen Tarent.

Der Grund für diese Kriege ist in den innenpolitischen Problemen Roms zu finden, die für diese eine Lösung in der Ausdehnung ihres Herrschaftsgebietes sahen.

Ein weiterer Grund liegt in der Überlegenheit des sozialen Systems Roms (bspw. Gründung von Kolonien, Gewährung des römischen Bürgerrechts) gegenüber italischer Völker und Stämme. Neben „Verbündeten“ (socii) gab es „Halbbürgergemeinden“, die zwar das römische Bürgerrecht inne hatten, jedoch ohne die Möglichkeit an der Wahl römischer Beamter mitzuwirken (civitates sine suffragio).

Es entstanden so die Kolonien des von Rom geführten Latinerbundes (coloniae Latinae), Gemeinden mit römischem Bürgerrecht und kommunaler Selbstverwaltung (municipia), sowie römische Kolonien (coloniae civium Romanorum).

Lit.: Alföldy, G. Römische Sozialgeschichte. Wiesbaden, 1984.

h1

Das Ende der Ständekämpfe

5. Juli 2009

Erneute Unruhen zwischen Plebejer und Patriziern infolge der Verschuldung von Privatpersonen führten letztendlich zu der Entscheidung, die Beschlüsse der plebejischen Volksversammlung (plebiscita) als rechtsgültig zu sehen, auch ohne die Zustimmung des Senats (lex Hortensia). Dieser Entscheidung ging eine fortgeschrittene Gleichberechtigung der Stände voraus, da angenommen wurde, dass die Interessen, die im Senat und in der plebejischen Volksversammlung getroffen wurden  die gleichen waren.

Mit dieser Anerkennung war der Sieg der Plebejer erreicht: die Aufhebung der Standesgrenzen.

Zu diesem Sieg führten letztendlich die Entschlossenheit und Zusammenarbeit der plebs in den Ständekämpfen sowie die Kompromissbereitschaft vieler adliger Kreise, die zudem beeinflusst vom außenpolitischen Druck waren. Auch das gemeinsame Interesse von plebs und patres, soziale Probleme durch Expansion zu bewältigen trug zum Sieg der Plebejer bei.

h1

Veränderungen der Gesellschaftsordnung nach den Ständekämpfen

5. Juli 2009

Nach dem Sturz der Monarchie und dem Beginn der Ständekämpfe befand sich die römische Gesellschaft am Beginn einer Umwälzung der Sozialordnung.

Der Zusammenschluss des einfachen Volkes zu einem Stand veränderte dessen Rahmenbedingungen politischen Mitspracherechts. Auch die Differenzierung der Besitzverhältnisse innerhalb der Gesellschaft ließen eine stärkere Gliederung der Bevölkerung beispielsweise in Grundbesitzer, Handwerker, Kaufleute, Bauern und Besitzlose zu. Darüber hinaus strebte die plebs nicht eine weitere Absonderung vom Adel, sondern einen Ausgleich mit diesem an. Diese Entwicklungen wurden im 4. Jh. zudem noch durch soziale Spannungen in Rom unterstützt.

Trotz der Landgewinne durch die Kriege mit Veii und Fidenae war die Zahl der Landlosen gestiegen, da das Land unter den Grundbesitzern aufgeteilt worden war. Zudem waren  die armen plebs unzufrieden, da innerhalb der plebs lediglich die plebejische Infanterie von den siegreichen Kriegen profitierte, während die anderen um politischen Einfluss kämpfen mussten.

Eine Unzufriedenheit auch unter den Patriziern forderte schließlich eine Reform, die vermutlich 367 v. Chr. vollzogen wurde. Die leges Liciniae Sextiae, sowie die folgenden Gesetzesreformen bis zur lex Hortensia 287 v. Chr. zielten darauf ab, die wirtschaftliche Notlage der Plebejer zu beseitigen (bspw. durch Schuldentilgung, Grundbesitzbeschränkung, Abgabe von Land an die Armen), sowie diese mit den Patriziern politisch gleichzustellen.

Durch die Expansion und Vermehrung des ager publicus konnte 326 v. Chr. durch die lex Poetelia Papiria die Schuldknechtschaft abgeschafft werden. Zudem kam es durch die Einschreibung der Freigelassenen und sozial Schwächsten in den ländlichen Tribus zu deren landwirtschaftlicher Beteiligung.

Eine weitere Errungenschaft der plebs war die gleichgestellte Behandlung vor Gericht durch die  ius Flavianum. Auch  die lex Valeria de provocatione (300 v. Chr.) gab den Bürgern die Möglichkeit nach einer Verurteilung durch die Magistrate zur Höchststrafe an die Volksversammlung zu appellieren, die dann in einem Gerichtsverfahren neu zu entscheiden hatte.

Ein weiteres Ziel der führenden Plebejer war beispielsweise die Ausübung der Magistraturen. Der ursprüngliche Versuch dieses Ziel zu erreichen war die Einrichtung von Sonderämtern. Die tatsächliche Gleichstellung der plebs mit der patres begann in den 360er Jahren mit den Reformbestrebungen, die auch zum licinisch-sextischen Gesetz geführt hatten. Die abschließende Integration der Plebejer in die Magistraturen erfolgte im Jahr 300 v. Chr., seitdem die Vertreter der Plebejer auch die höchsten Priesterämter bekleiden durften.

Anmerkungen

-Reformierung des römischen Gesellschaftssystems durch Gesetzgebung

-gleichzeitig Ausdehnung der Herrschaft Roms auf Italien

→ organischer Prozess

Lit.:  Alföly, G. Römische Sozialgeschichte. Wiesbaden 1984.

h1

patres gegen plebs und plebs gegen patres

28. Juni 2009

Die sozialen und politischen Konflikte zwischen Patriziern und Plebejern dauerten mehr als zwei Jahrhunderte und begannen im 5. Jh.  v. Chr.  Die Plebejer hatten in bewusster Opposition gegen die Patrizier einen eigenen Stand, und somit einen Zweiständestaat eingerichtet.

Ausgangspunkt für die Auseinandersetzungen waren wirtschaftliche, soziale und militärische Entwicklungen. Die Plebejer teilten sich in zwei Interessengruppen:     Die wohlhabenden Plebejer wollten vor allem das Recht  politischer Mitbestimmung (Zulassung zu den Magistraturen, Gleichberechtigung im Senat, Genehmigung von Eheschließungen zw. plebs und patres). Die armen Plebejer strebten vielmehr nach einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage (Lösung der Schuldenfrage, Anteil am Grundbesitz ager publicus).

Nach dem Sturz des Königtums taten sich die beiden Gruppen gegen den patrizischen Adel zusammmen. Durch die veränderte außenpolitische Lage (feindliche Bedrohung bspw. durch das etruskische Veii) konnten die plebs durch einen militärischen Streik (secessio) gezielt Druck ausüben  (die reichen Plebejer stellten z.B. die Infanterie).

Zunächst bildeten die Plebejer eigene Institutionen und schlossen sich zu einem eigenen Stand zusammen. Mit dem Tempelbau auf dem Aventinhügel für die Göttin Ceres formierte sich die plebs offiziell für die Ausübung eines Götterkults; dies war notwendig, um sich als Volk unter Berufung auf göttlichen Schutz legitimieren zu können. Die Plebejer erhoben zudem den Anspruch ein „Staat im Staate“ zu sein.  Sie bildeten nun eine Alternative zur Volksversammlung, die concilia plebis, um dort eigene Beschlüsse (plebiscita) zu treffen. Zu ihren Führern wählten sie die aediles, die „Tempelvorsteher“, und die tribuni plebis.

Darüber hinaus erzwangen die Plebejer eine Neueinteilung des Gesamtvolkes in Tribus in ein für sie günstigeres Gliederungsprinzip.

Durch eine Kodifizierung des Zwölftafelrechts Mitte des 5. Jhs. errungen die Plebejer einen weiteren Erfolg.

Einen Ausgleich zwischen den zwei Gruppen kam erst in den 60er Jahren des 4. Jhs. und zu Beginn des 3. Jhs. zustande. Mit diesem Ausgleich veränderte sich auch die archaische Sozialordnung. Die politischen und wirtschaftlichen Benachteiligung der plebs wurde durch die Neuordnung des Sozialgefüges sowie durch das Zwölftafelgestz beseitigt, auch wenn die römsche Gesellschaft bis zum 4. Jh. v. Chr. auf Grundlage der Trennung zwischen den Ständen bestand. Die veränderte Bedeutung der wirtschaftlichen Position, und nicht allein die Abstammung des Adels, sicherte auch den Plebejern institutionell eine vornehme soziale Stellung zu. Die plebs wurde als potentieler Partner von den Patriziern anerkannt, was auch die Aufhebung des Heiratsverbots zeigte.

Lit.:    Alföldy, G.    Römische Sozialgeschichte. Wiesbaden 1984.