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Etruskische Frauen

16. Juni 2009

Auch von den Etruskern haben wir bereits gehört: Dass der letzte König Roms Lucretia vergewaltigte und man mit dieser Tat die Ansicht verband, das Königtum gleiche einer Tyrannei.

Die etruskische Frau nahm  im Vergleich zur römischen eine andere soziale Rolle ein. Die Hierarchie der patriarchalischen Gesellschaft Roms wird bei den Etruskern nicht einghalten und die Frauen stehen dort in einer Linie mit ihren Männern. Die aktuelle Forschung distanziert sich jedoch von der alleinigen Thematisierung des etruskischen Matriarchats. Vielmehr liegt der Fokus heute auf dem alltäglichen Leben der Etruskerinnen, beispielsweise auf  deren Arbeit oder Repräsentation in der Religion.   (Allerdings gestaltet sich auch hier die Quellenlage schwierig, da die griechischen und römischen Historiker die Etrusker als unmoralisch und dem  Luxus verfallen darstellen und somit ein verfälschtes Bild entsteht.)

Archäologische Funde zeigen jedoch den hohen sozialen Ststus der etruskischen Frau. Beispielsweise die Dekoration der Gräber, die bei Frauen und Männern gleich war, lässt auf deren gleiche Stellung schließen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass etruskische Frauen ihre Kinder selbst aufzogen, u.a. weil sie in der finanziellen Lage dafür waren;  Im Gegensatz zu Griechenland und Rom wo der Vater die Kinder (im gesetzlichen Sinne) „großzog“. Auch die Thematisierung der  Nacktheit von Mann und Frau oder das gemeinsame Essen differenzieren stark vom griechischen  Frauenbild.

Eine sehr amüsante Quelle zum etruskischen  Frauenbild aus griechischer Sicht gibt es bei Theopompus, als Zitat zu finden in:   Gulick, C.B. , Athenaueus: Deipnosophistae. Loeb Classical Librarya, Camebridge (1927-41).

Lit.:  Bonfante, L.:  Etruscan Women. In: E. Fantham [u.a.], Women  in the Classical World, New York/Oxford (1995), S. 243-259.

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